Finale in Astana • Zhibek Abdylkalykova & Askar Abdaliyev

DSC00337Zwei Propheten sprechen

Das Leben hat sich von uns abgewendet
Das Weltende beginnt.
Wie viele Sachen gehen täglich verloren?
Immer urteilt der hämische Hammer.
Silbergraue Leute
sind böse.
Haben keine Stimme.
Todschwarze Arbeit tötet
uns,
die Liebe.
Wie viele leere Wörter sagen wir täglich?
Der weinrote Wortorkan zerstört viele Herzen.
Dinge brechen.

Mein Gott! Stopp!
„Alles geschieht zum Glück“,- sagt man.
Vielleicht habe ich Talent,
auch als Prophet.
Vielleicht finde ich den Stein der Weisen.
Was du sprichst ist nichts!
Ich wünsche dir eine Muse,
der Muse auf dem Fuße folgen die Götter
geben noch eine Chance.
Wenn wir die Kräfte bündeln,
können wir alles schaffen.

Gott interveniert:

Leute! Hört mich!
Gott ist allwissend und allweise.
Oder glaubt ihr, dass ihr verlassen seid?
Wie ein Wolf ohne Rudel.
Und das Gott diejenigen unter euch nicht kenne?
Wie die Sonne den Mond.
Erkennt diese Gesandten nicht an!
Die Menschen, ach die Menschen…
Das liegt Ihnen so im Blut.
Jeder muss einen Entschluss fassen.
Die Richtung wählt der Wind.

Zhibek & Askar

Finale in Astana • Alua Bashenova & Madina Kazbekova

DSC00335Der Baum

Das ganze Leben – ein Geheimnis
Der Sinn versteckt sich zwischen den Zeilen,
Versteckt sich zwischen den Reihen.

Ich bin ein Baum,
Der mit seinen Blättern rauscht.
Das Säuseln erfreut die Ohren.
Die Blätter, die die Stille stören,
Fallen zum Boden.

Hörst du?
Wie der Wind sie raubt?
Weit weg,
Weit weg von dir.

Rüttelt und reißt der Herbst am Baum
mit durchdringender Kälte
Ich denke, er träumt,
Dort zu sein, wo es warm ist
Von der Luft für die Ewigkeit geküsst.

Jetzt schaue ich durch das Fenster auf Dächer,
Fühle die Wahrheit irgendwo nebenan.
Der Wind schaukelt die Bäume,
So, dass sie sich schon verloren haben
In diesem Wald aus Wut.

Das bin ich,
Das bin nicht ich
Wie ein Ozean,
Der auf einen Stein trifft.

Alua & Madina

Finale in Astana • Alua Bashenova

IMG_3157Der Mann im Glas

Es ist zu eng in diesem Glas
Er muss klettern
Aus diesem Glas
Um Freizeit zu bekommen.
Mit jedem Schritt wird es schwerer
Er wurde schon enttäuscht
Man drückt ihn
Als ob man ihn mit heißem Wasser übergießt.


Sommer im Pelz.

Hab mich meinem Freund verloren
Das war zu erwarten
Ich will nicht meine Zeit verschwenden
Um ihm nachzusuchen
Hat er mir nicht sogar angeboten
Mitzukommen
Würde ich folgen?
Frage ich mich jedes Mal
Verlässt er mich
Allein
Mit meinem Zweifel
Bis ich den Zustand der Reife erreiche.
Vergingen drei Tage
Blieb er immer noch im Geheimnis
Die Elefanten flogen ins Ausland
Zu ihrer Wüste
Bin ich weiß und rot.

Du hast mein Herz gestohlen
Wie der Räuber die Bank beraubt
So plötzlich und erwartet
Hurra!
Verneige ich mich wie eine Hyäne
Vor meiner Göttin
Meiner Göttin
So blind
Mystifiziere ich dich